GamesCom 2010 – die Zweite (Trends und Bewegungssteuerung)

Veröffentlicht: August 22, 2010 von Holle in Erfahrungsbericht, Games, Tech
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Der Tag danach: das Ohrensausen hat nachgelassen, riesige Menschenmassen sind momentan nicht in Sicht und man sehnt sich nach aufwendigen Spielepräsentationen. Natürlich fragt man sich, warum man die Kracher von der Messe nicht mit nach Hause nehmen konnte, die sahen doch schon ganz gut aus.

Doch kommen wir lieber mal zu den Eindrücken, die dort gesammelt wurden:
3 Trends zeichneten sich auf der Messe ab

  • Weniger Coregaming: Zwar gab es auf der Messe die typischen Kracher wie Diablo 3, Portal 2, Halo Reach, Castlevania: Lords of Shadow, Rage, Fallout: New Vegas, Zelda Skyward Sword und noch viele andere zu sehen, aber  auf den meisten Ständen waren die Casual Games deutlich in der Überzahl.
  • Bewegungssteuerung: Nintendo war der Vorreiter und baut weiterhin auf die Bewegunssteuerung. Microsoft und Sony sind auf diesen Zug mitaufgesprungen und präsentierten auf der GamesCom ihre Eingabegeräte zur Bewegungssteuerung. Beide mit jeweils unterschiedlicher Herangehensweise.
  • Free 2 Play Games: War das Prinzip, dass Spieler kostenlos Zugang zu MMOs hatten und sich ganze über Microtransaktionen finaziert früher als Gedankenspinnerei abgestempelt, so gab es dieses Jahr einige Titel zu sehen, die genau auf diesen Trend aufbauen.

Doch schauen wir uns das ganze nochmal ein wenig genauer an. Ich versuche mal Revue passieren zu lassen, wie die beworbenen Spiele und Hardware gewirkt haben.

Denn beginn machte das von Microsoft vorgestellte Windwos 7 Betriebssystem. Gezeigt wurden (nicht finale) Prototypen von Samsung, auf denen das neue Betriebssystem eingespielt war. Eingespielt ist im Übrigen genau die richtige Wortwahl, denn darauf lag der Hauptaugenmerk, denn die Gamingeigenschaften von Windows 7 Mobile sollten beworben werden. Ähnlich wie bei XBOX live und Games for Windows live schaltet man bei den Spielen Errungenschaften frei und kann sich mit anderen Nutzern austauschen. Mehrere Spiele standen zum ausprobieren bereit: Ein 2D Star Wars Titel, bei dem man in typischer Tower Defense Manier die Rebellenbasis auf dem Eisplaneten Hoth vor dem anstürmenden Imperium zu bewahren hat. Sah für nebenbei nett aus, geht aber mehr in die Casual-Schiene – auch die Grafik war nicht überragend, könnte genauso gut ein Java Spiel für ein x-beliebiges Handy gewesen sein. Ein kleines 3D Jump´n´Run nebenan sah schon besser aus aber es lockte gleich die nächste Produktvorstellung von Microsoft.

Es ging gleich drauf weiter mit der von Microsoft gerne als große Revolution beworbenen Bewegunssteuerung Kinect. In vielen Spielen konnte man sich davon überzeugen, wie gut das vorgestellte controllerlose Spielprinzip funktionierte. Linect Adventures und der vorgestellte Tanzspieltitel waren ganz klar die großen Profiteure von der neuen Hardware. Die Versoftung der nächsten Harry Potter Filme wirkte hingegen lächerlich: Wie bei einem Railgun-Shooter läuft Harry (nicht der Spieler) durch die Gegend. Ein einfaches Wedeln mit der Hand (sowohl vom Spieler als auch von Harry) und die Dementoren gingen zu Boden. Das wirkt wie bei den ersten 3rd Party Titeln für die Wii. Hingerotzt um Titel auf den Markt zu bringen. Zusammen mit Oli habe ich dann anhand einer Minispielesammlung (Wii „Gefahr“) Kinect mal ausprobiert. Anfangs ist einem nicht ganz klar, was man zu tun hat, doch dann geht es schon los mit dem wedelnd und wischen. Es ist schon erstaunlich, dass die Bewegungserkennung so gut klappt. Kinect erfasst tatsächlich sehr gut die Bewegungen des Körpers nach links und rechts. Ebenso wird die Bewegung im Raum erfasst, womit Kinect sogar erkennt, wenn man sich am Rücken kratzt. Dennoch ist das Ganze noch etwas hakelig, kann aber auch an der mangelnden Spieleerfahrung mit dieser Hardware liegen. Auch muss ich zugaben, dass man sich etwas blöd vorkommt, wenn man wirklich nichts in der Hand oder unter den Füßen liegen hat. Man wischt wirklich nur mit den Händen durch die Luft, bewegt sich von Seite zu Seite und stampft auf den Boden. Und ja, wir haben es geschafft Kinect zu verwirren indem wir uns laut „Betreuerin“ – Achtung!- zu viel (!!!) bewegt haben. Eine Bewegunssteuerung die sich durch zu viel Bewegung verwirren lässt und einen Neustart verlangt, köstlich.

Wo wir doch grade schon beim Thema Bewegungssteuerung sind, kommen wir gleich noch zur Konkurrenz Move von Sony. Anders als Microsofts Lösung mittels Kamera (und ich vermute durch meine Videoaufnahmen auch Infrarot dahinter) drückt einem Microsoft immer noch etwas in die Hand.Der PlayStation Move-Motion-Controller sieht mit seiner aufgesetzten, bunt leuchtenden Kugel aus wie ein Eis von der Eisdiele. Die Kamera der Playstation erfasst die Bewegung der bunten Kugel präzise und setzt diese in Eingabesignale um. Für manche Spiele wird noch ein zusätzlicher Navigation Controller eingesetzt, um z.B. die Spielfigur zu steuern. Wirkt das gesamte Konzept anfangs nicht so ausgereift, wie die controllerlose Lösung von Microsoft, so wird nach dem ersten ausprobieren klar, dass die Steuerung doch besser klappt, als bei Kinect. Die Bewegungen werden tatsächlich präzise erkannt und werden ohne merkliche Verzögerung umgesetzt. Im Ganzen betrachtet bietet Sony das passendere Produkt für Core-Gamer an. Dennoch rate ich vor einer Kaufentscheidung beide Produkte auszuprobieren um eigene Vorlieben berücksichtigen zu können.

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Kommentare
  1. chiefjudy sagt:

    Ja, ich wollte das schon länger kommentieren, hatte aber keine Zeit 😉 .

    Ich habe eigentlich gar nicht vor, für die Games, die ich normalerweise spiele, Bewegungssteuerung zu benutzen. Da bleibe ich beim Controller, solange, bis man mich zu was anderem zwingt ;). Ich konnte mir schon nicht vorstellen, auf der Wii Shooter zu zocken, und bei Move ist das nicht anders. Das Getanze bei Kinect fand ich hingegen klasse, für mich wäre das aber auch nur ein „Party-Add on“. Wobei die Spiele mit Lightgun auf z.B. der Dreamcast schon klasse waren. Und wenn Kinect mal so ähnlich funktioniert…

    We’ll see. Wiegesagt, für meine „Stammspiele“ werde ich wohl so oder so noch länger den Controller nehmen.

    • Holle sagt:

      Ok, ich gebe zu, dass Kinect als Party Add-on ideal ist.
      Aber ich finde, dass man beide Systeme mal ausprobiert haben sollte. Ich hatte anfangs auch Vorbehalte gegenüber Move, aber grade die Steuerung der Heavy Rain Demo fühlte sich trotz der „Eistüte“ sehr natürlich an.

      Aber CorelDraw-gaming kann ich mir damit trotzdem nicht vorstellen 😉

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