The Thing [REVIEW]

Veröffentlicht: November 17, 2011 von Holle in Uncategorized
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Bei The Thing handelt es sich um das Prequel zum Horror Klassikers Das Ding aus einer anderen Welt von John Carpenter aus dem Jahre 1982. Vermutlich dachten sich ein paar Leute in Hollywood „Hey, Das Ding ist ein toller Film, durch den wir immer noch Einnahmen haben. Da sollte wir doch mal das moderne Mittel des Prequels benutzen um nochmal einen ähnlichen Film raus zu hauen. Was, der Original Film lebt von subtilem Horror? Das schaut doch heute keine Sau mehr, da bauen wir lieber ganz viele eklige Splattereffekte, extrem laute Geräusche und ein großes Raumschiff ein. Wird  bestimmt so klar gehen“. Geht aber nicht klar. Aber lasst euch doch erst mal erzählen worum es da überhaupt geht.

Da es sich um die Vorgeschichte zum Originalfilm handelt setzt die Story natürlich vor diesem an. Die junge Wissenschaftlerin Kate Lloyd wird von Dr. Halversen angeheuert um ihn in die Antarktis zu begleiten.  Dort angekommen wir ihr direkt offenbart, dass man im ewigen Eis auf ein Raumschiff gestoßen ist, dass dort abgestürzt und seit gut 100.000 Jahren dort liegt. Zudem ist man auch auf den eingefroren Körper eines Aliens gestoßen. Nachdem das Alien aus dem Eis geschnitten und in die Forschungsstation gebracht wurde, erwacht es jedoch wieder zu leben und macht Jagd auf die Forscher die dort mit ihm gefangen sind.

Soweit zur Story.

Der Originalfilm ist immer noch ein Meisterwerk, da er sowohl spannend ist, aber auch im späteren Verlauf der Handlung eklige Spezialeffekte hatte. Vorher wurde das meiste nur subtil angedeutet, doch zum Ende hin ging es dann doch wieder ans Eingemachte. Das war einfach ideal gemischt.

Das Prequel schlägt einem dafür  gleich alles direkt um die Ohren. Keine Andeutungen, nichts subtiles. In den ersten zehn Minuten sieht man bereits das riesige Raumschiff unterm Eis, das eingefrorene Alien und wie es ausbricht. Was danach kommt hat mit Horror nur noch wenig am Hut, den man gruselt sich nie direkt, sondern steht entweder unter Spannung oder muss sich die zwar netten aber auch ekligen Splattereffekte ansehen.

Wer das Original kennt und mag, dem kann man dieses Prequel nicht empfehlen. ständig ist Action angesagt, immer wieder müssen neue Formen des Dings getötet werden. Der Twist, dass man nie wissen kann wer gerade von dem Ding infiziert und somit auch übernommen wurde, wird zwar erwähnt, aber rückt zu sehr in den Hintergrund. Die Vermutung liegt nahe, dass sich der Film nicht ganz ernst liegt. Das würde zumindest erklären, weshalb man in den Film erst mal mit einem Witz beginnt und weshalb es die Dialoge des öfteren zum Lachen einladen. Schade, denn das nimmt (abgesehen vom Einstiegswitz) viel von der Atmosphäre.

Fazit

Generell ist das kein schlechter Film, aber er macht das falsch, was heutzutage fast alle Horrorfilme falsch machen. Anstatt den Horror im Kopf des Zuschauers stattfinden zu lassen, wird er auf der Leinwand zelebriert. Der Zuschauer verkommt zum teilnahmslosen Beobachter der Szene, der sich zwar ekeln, aber nicht fürchten kann. (Ähnlich wie beim vierten Indiana Jones Film, bei dem die CGI transdimensionalen Wesen einfach so auftauchen und das fantastische Element des Films zerstören.)

Vorher auf Tech’n’Games: Die feine, kleine Trailer Show #1 (mit Hugo, The Pirates!, The Thing!)

Und als kleines Kontrastprogramm, der Trailer zum viel gepriesenen Original

Nur um das mal klar zu stellen. John Carpenter hat damit damals auch nur ein Remake eines anderen Filmes gedreht, aber im Gegensatz zu The Thing (2011) ist bei ihm ein guter Film dabei raus gekommen.

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Kommentare
  1. Dr. Love sagt:

    Ich hatte an dem Film auch einiges auszusetzen, aber nicht, dass der Horror subtiler hätte sein sollen. Für mich machen gerade die ekligen Effekte den Reiz des 82er Things aus und solche sind da beinahe ebenso reichlich vorhanden. Daher hab ich es nur begrüßt, dass man mich nicht lange auf das Monster warten lässt, genau darauf war ich nämlich gespannt. Das Ding dem Zuschauer ewig vorzuenthalten („und den Horror in den Köpfen der Leute stattfinden zu lassen“) wäre in meinen Augen ein Fehler gewesen, denn eine wirkliche Überraschung hätte es nicht geben können (zumindest nicht für Kenner des Carpenter-Films).

    Enttäuscht haben mich eher manche CGI-Animationen und dass das Ding kreischend hinter den Menschen her ist, wie ein stumpfsinniger Killer.

    • Holle sagt:

      Kein Frage, die ekligen Effekte in beiden Filmen sind wenig subtil. Worauf ich damit hinaus wollte war, dass man den Zuschauer (im Original von 1982) lange Zeit im Unklaren lässt. Sicher, auch da erscheint das Ding, aber bis dahin ist man als Zuschauer in einer unklaren Situation und bleibt erstaunt vom Geschehen auf der Leinwand.

      Das Prequel klärt einfach zu Vieles zu schnell auf, so das man als Zuschauer keine geistige Arbeit mehr hat. Ach, vielleicht werde ich auch nur zu alt für aktuelle Filme 😉 ( Auch der von vielen gelobte Insidious hat mich leider relativ kalt gelassen, obwohl er den richtigen Ansatz hatte)

      Und das Kreischen des Dings war schrecklich. Eigentlich bin ich nicht empfindlich was Lautstärke angeht, aber dieses Gekreische war so unglaublich laut und nervig, dass ich mir tatsächlich die Ohren zuhalten musste.

  2. Dr. Love sagt:

    Es kann sein, dass ich dem Film die Schwächen verzeihe, weil meine eher geringen Erwartungen übertroffen wurden. Ich fand es ganz groß, wie sich der Film vor dem Vorbild verneigt, und Lust darauf macht, gleich noch das Ding von Carpenter hinterher anzuschauen. Zumindest ging es mir so und ich hab das auch gemacht. Hat super funktioniert! Es war sicher nicht alles perfekt, aber gerade wegen der aktuellen Filmmode habe ich weitaus weniger erwartet 🙂

    • Holle sagt:

      Das finde ich einen guten Punkt, denn als unverbesserlicher Optimist bin ich wohl mit zu hohen Erwartungen in den Film gegangen. Womöglich hätte mir der Film auch besser gefallen, wenn ich ihn mit einer realistischen Erwartung bezüglich des gegenwärtigen Kinos angeschaut hätte (Aber da ich fast nur in die Sneak Preview gehe fällt es mir schwer meine Stimmung vorher zu steuern 😉 )

      Aber: Auch ich habe mir danach die supergünstige Bluray zum Originalfilm gekauft und angeschaut, hatte nach dem Remake einfach Lust dazu (Danach war ich wieder glücklicher 😉 )

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