Wolken am Horizont

Veröffentlicht: Juli 3, 2012 von Holle in Games, Tech
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Wer sein Computerspiel spielen möchte, muss erst mal in den Besitz eines solchen kommen. Lange Zeit war das eine selbstverständliche Sache. Genau wie bei Filmen ging man in den Laden kaufte sich das Spiel seines Verlangens, ging nach Hause und spielte es. Doch irgendwann, es war 2003, wurden die Publisher von Spielen modern und eine kleine Firma namens Valve wusste, dass eines der besten Spiele der kommenden Jahre in der Hinterhand hatte und wagte daher etwas neues. Es wurde das online Vetriebsportal Steam eingeführt und als Notwendigkeit zum Spielen von Half Life 2 erklärt. Der Aufschrei war groß, “Dann kann ich meine gebrauchten Spiele nicht mehr verkaufen?” und “Meine Internetverbindung ist zu langsam” waren die hauptsächlichen GEgenargumente.

Jahre zogen ins Land. Die Internetverbindungen wurden schneller und zuverlässiger und Steam etablierte sich als Vertriebsportal von Computerspielen. Vermutlich haben die großen Rabattaktionen einen erheblichen Teil dazu beigetragen, denn wer schlägt nicht mal zu, wenn es ein 60 Euro Spiel für ganze 5 Euro im Angebot gibt? Für den Erfolg von Steam spricht sicherlich auch, dass Electronic Arts irgendwann selbst auf den Trichter gekommen ist und mit Origin sein eigenes Steam am Markt zu etablieren versucht. Alle sind zufrieden.

Alle? Nein einige findige Entwickler leisten der Zufriedenheit Widerstand und wollen die den Weg des heruntergeladenen spiels umgehen verlassen. Streaming, also “strömen” lautet das neue Zauberwort. Der Trend, den man beim Filmkauf beobachten konnte scheint nun auch auf Spiele überzugriefen. Anstatt Spiele über die eigene Hardware laufen zu lassen, sollen diese aus der Cloud heraus gestreamt werden. Man will es also aus der Wolke heraus strömen lassen, damit die Spieler im Regen stehen. Natürlich, alle Firmen propagandieren die Cloud als die nächste große Sache. Sicherlich ist es für den Anweder gut, wenn er nicht mehr teuere Hardware kaufen muss um die neuesten High-Class-Titel in guter Auflösung spielen zu können. Auch schick, dass man von überall aus Zugriff auf seine Spiele hat. Egal ob man gerade auf Geschäftsreise in New York oder im Urlaub auf Hawaii ist, es soll ganz einfach möglich sein auf seine Spiele zuzugreifen.

Aber seien wir doch mal ehrlich, sind leistungsstarke Rechner nicht etwas schickes? Es freut einen doch, sich ein System zusammenzustellen, es möglichst optimiert auf die eigenen Bedürfnisse zu erstellen. Was ist nicht alles damit möglich: Schreiben, Lesen, 3D Effekte erstellen, Videoschnitt betreiben, Soundaufnahmen bearbeiten, Daten konvertieren, die Möglichkeiten scheinen unbegrenzt. Und wer will schon außerhalb der eigenen Räume (LAN Partys mal ausgenommen) zocken? Wer auf Geschäftsreise ist, soll bitteschön produktiv sein und wer im Urlaub ist soll mal den Schritt vors Hotelzimmer wagen. So sieht’s doch aus. Und was ist eigentlich, wenn ich mal Zeit zum Zocken habe, aber mein Internetanbieter Wartugnsarbeiten durchführen muss oder technische Probleme hat? Dann steht man als Spieler nicht mehr im Streaming Regen, sondern in der Traufe, denn es geht nichts mehr.

Da lobe ich mir doch noch die Titel meiner Sammlung die noch auf einer Disc ausgeliefert wurden und die ich auch spielen kann, ohne Online zu sein.

So schön es also ist, dass sich Sony innovationsfreudig zeigt und den Kauf des Streamingspezialisten Gaikai plant, ich bleibe vorerst bei gekauften Spielen auf der Disc. Zudem schreckt mich auch der Gedanke Monatliche Gebühren PLUS Kaufpreis eines Spiels zu zahlen. Wer dann also kündigt, hat keinen Zugriff mehr auf seine Spiele. Schade. ÜBrigens sollte Sony erstmal seinen europäischen Store für die Playstation verbessern und dort mal Episode 2 vom The Walking Dead Spiel veröffentlichen, dass es offiziell bald schon eine Woche geben sollte.

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Kommentare
  1. Hazamel sagt:

    Heiße Luft der anderen Art hat Ubi mit seiner Cloud in den letzten Tage produziert, als sie die Speicherstände von lokal auf Cloud umgestellt haben und Ubi-User auf einmal keine Savegames mehr hatten bzw. die händisch vom alten ins neue Verzeichnis verschieben mussten.
    Cloud schön und gut, aber es ist mir dann doch lieber das direkt hier zu haben und nicht drauf angewiesen zu sein, dass die Leitung zum Anbieter steht und auch dick genug ist… Das Debakel, wenn das alles nicht gegeben ist, konnte man ja gerade schön bei Blizzard beobachten 😉

    • Holle sagt:

      Ich würde mich eigentlich nicht komplett gegen die Cloud Nutzung stellen, nur sehe ich die Leitungen noch nicht überall genügend dafür ausgestattet. Das zweite Problem hast du ja schon angesprochen, was ist denn, wenn der Anbieter zu wenig Kapazitäten eingeplant hat (wie bei Blizzard), dann steht man auch ohne Service dar. Und man macht sich halt total von seinem Anbieter am anderen Ende der Leitung abhängig. Das kann funktionieren, tut’S aber noch nicht, also sehe ich noch keinen Grund darin dass zwanghaft voranzutreiben.

      Wobei ich zugeben muss, dass das schon ne lustige Sache ist, mal mit einer sauschnellen Internetverbindung (Uni Netzwerk) an einem 6 Jahre MacBook Splintercell Conviction zu spielen. Aber es bleibt für mich vorerst nur eine Spielerei (auch wenn Sony und MIcrosoft anscheinend mehr in diese Richtung zu drängen suchen).

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