2012

Das Jahr 2012 ist vorüber und so kommt man nicht drumherum, mal einen Blick nach hinten zu werfen und sich bewusst zu machen, was man denn alles gespielt hat und noch wichtiger, was einem davon gefallen hat. Ich persönlich muss zugeben, dass ich dieses Jahr gefühlt so wenig gespielt habe wie noch nie zuvor, was wohl an meinen mittlerweile vielen Verpflichtungen außerhalb dieses (freiwilligen) Blogs liegt. Übrigens habe ich dieses Jahr auch nicht sonderlich viele Filme gesehen und habe somit womöglich zwei Vorsätze für das Jahr 2013.

Die Idee überhaupt mal wieder was zu schreiben habe ich durch die obligatorischen Vorsätze für das neue Jahr bekommen (abnehmen, mehr Sport, gesünder Ernähren, mehr arbeiten, et cetera), die Idee für den spielerische Jahresrückblick stammt von Polyneux genauer gesagt dem Polygon Award 2012, der alle Blogger dazu aufruft ihre Toptitel für 2012 zu posten. Da wollte ich bereits letztes Jahr teilnehmen, habe es dann verschwitzt und bereut. Daher hier nun der Besserungsversuch (ohne bestimmte Reihenfolge). Bewegtes Bildmaterial ist als Link im Titel des Spiels versteckt:

Hotline Miami (PC): Indietitel in 8-Bit Optik. Sehr abgedreht, sehr schnell, aber auch bockschwer. Ich musste immer wieder neu starten, aber es macht trotzdem viel Spaß, was wohl am Soundtrack und der Optik liegt. Außerdem sind viele Ähnlichkeiten zum Film Drive zu erkennen. Ist seine 10 Euro auf alle Fälle wert.

FTL: Faster than light (PC): Wieder ein Indietitel, der über Kickstarter finanziert wurde. Man steuert ein Raumschiff, das sich rundenweise auf einer Sternenkarte bewegt. Mit jedem „Sprung“ kann alles mögliche passieren, von feindlichen Raumschiffen, über Bodenmissionen (als Text), Rohstoffe die im All fliegen oder einfach mal nichts. Das ganze spielt sich fast wie ein Brettspiel. Bei Kämpfen entwickelt sich das Spiel jedoch zur Echtzeitstrategie, die man pausieren kann. Hat mich sehr positiv überrascht und schnell gefesselt. Ebenfalls seine 10 Euro wert.

Torchlight 2 (PC): Ein Gameplay wie Diablo 2. Genauso fesselnd, dafür aber keine überragende Story. Trotzdem ein Titel mit hoher Langzeitmotivation. Zeigt Blizzard, dass man mit kürzerer Entwicklungszeit ein Spiel programmieren kann, dass sogar besser ist als das langersehnte Diablo 3. Kostet 20 Euro und ist die ultimative Diablo 3 Alternative.

Chaos auf Deponia (PC): Daedalic entwickeln mittlerweile super Spiele. Nach Edna bricht aus, Harveys neue Augen und Deponia ist Chaos auf Deponia wieder mal ein Titel für alle Fans von Point’n’Click Adventures. Mit guten Rätseln, einer passenden Story und viel Humor tritt Chaos auf Deponia in die Fußstapfen von Monkey Island.

Black Mesa (PC): Half Life revolutionierte die Spielewelt. Gleiches galt von der Grafik auch für Half Life 2. Die kostenlose Mod Black Mesa schnappt sich nun die Source Engine und peppt Half Life ordentlich auf. Das Originalspiel wird nicht nur in eine höhere Auflösung übertragen, sondern wurde komplett neu gebaut. Alles sieht besser aus und auch das Gameplay wurde überarbeitet. Manche Passagen wurden überarbeitet oder weggelassen, aber alles verbessert das Spiel ungemein. Wer das Original kennt fühlt sich angenehm daran erinnert und nimmt auch gelegentlich die eine oder andere Anspielung war. Wer Half Life noch nie gespielt hat, bekommt hier die sehr angenehme Möglichkeit dies nachzuholen. Schade nur, dass Black Mesa nicht das komplette Spiel ist, denn zur Alienwelt Xen und dem letzten Gegner geht’s (noch) nicht. Trotz ewig langer Entwicklungszeit hat es dafür nicht gereicht, aber dies soll noch nachgereicht werden. Trotzdem sehr spielenswert.

Dishonored (PC): Der Titel war zwar dieses Jahr auf der Gamescom sehr gefragt, dennoch kam ich dort nicht dazu ihn zu spielen. Hätte ich mal machen sollen. Als ehemaliger Leibdiener der Kaisierin wird man nach deren Ermordung zum Attentäter, der versucht die alte Ordnung wieder herzustellen und die Verschwörer zur Strecke zu bringen. All das ist in einer vom Steampunk angehauchten Welt angesiedelt, die an das frühe 19. Jahrhundert erinnert. Zuerst dachte ich, dass man hier einen Assassins Creed Abklatsch vorgesetzt bekommt, aber dem ist nicht so. Zum einen spielt man Dishonored in der Egoperspektive, zum anderen ist es wesentlich strikter von den Möglichkeiten. Man hat ein klares Ziel, dass man verfolgt und die Interaktionsmöglichkeiten in der recht kleinen Welt halten sich in Grenzen. Dennoch ist man im Erreichen seines Ziels relativ frei und kann seinen eigenen Stil ausleben. Die einzelnen Teile sind nicht wirklich überragend, aber das Gesamtpaket macht ein durchaus spaßiges Spiel daraus. Als Vollpreistitel nicht unbedingt interessant, aber als Sonderangebot für <25 Euro durchaus einen Blick wert.

94 Sekunden (Android): Was zeichnet ein gutes Mobile Game aus? Kurze Spielzeiten und die Möglichkeit sich mit Freunden zu vergleichen. Beides bietet 94Sekunden. Innerhalb von 94 Sekunden muss man immer wieder einen Begriff eingeben, der mit einem bestimmten Anfangsbuchstaben beginnt. Für jeden richtigen Begriff gibt es einen Punkt, selten genannte Begriffe geben sogar zwei Punkte. Anhand der Punktzahl am Ende kann man sich dann mittels facebook/twitter/ etc. mit seinen Freunden vergleichen. Gibt es kostenlos für Android und iOS und eignet sich ideal für die Bahnfahrt zur Arbeit.

The Walking Dead (PS3): Kurze Anmerkung, ich liebe die Comics, dann liebte ich die Serie und nun liebe ich auch das Spiel. Telltale haben sich nach dem mittelmäßigen Zurück in die Zukunft und dem (leider) grausigen Jurassic Park nun auch der Zombie Reihe The Walking Dead von Robert Kirkman angetan. Anstatt da einen lieblosen Shooter draus zu machen, hat man sich an der Comicvorlage orientiert und ein Adventure draus gemacht, dass einen immer wieder vor schwerwiegende moralische Entscheidungen in Anbetracht der Zombieapokalypse stellt. Hier wird weniger Wert auf Zombie-Metzel-Action gelegt, als auf die innere Entwicklung der Figuren. Alles sehr schön, und mehr erwachsene Unterhaltung als die meisten anderen Titel 2012. Schade, dass eine Retail Version in Deutschland ohne die ersten 50 Bände des Comics ausgeliefert wird. Einer der DER Titel  und wohl auch der heißdiskutierteste Titel des Jahres. Ich persönlich bin gespannt, was sich Telltale für die zweite Staffel des Spiels ausdenken wird.

Assassins Creed 3 (PS3): Ubisoft hat mit Assassins Creed eine Marke geschaffen, die zum Selbstläufer wurde, was Verkaufszahlen angeht. Das Grundgameplay wird seit dem ersten Teil wimmer wieder erweitert und seit Assassins Creed 2 jedes Jahr mit einem neuen Story Fragment auf den Markt gebracht. Im „dritten“ Teil der Reihe bekommt man als Spieler mit dem Halbindianer Connor und den USA zur Zeit der Unabhängikeitskriege einen neuen Helden und ein neues Setting. Ebenso wurden die Fertigkeiten des Protagonisten erweitert, man kann Jagen, Bogenschießen, und auf Bäumen klettern. Die Handlung ist am Anfang und zum Ende hin sehr fesselnd und überzeugend, in der Mitte verliert man jedoch schnell den Überblick, warum man nun genau dieses macht, erst Recht, wenn mit den historischen Fakten nicht sonderlich gut vertraut ist. Assassins Creed 3 ist kein schlechtes Spiel, jedoch halten sich die Neuerungen in Grenzen und die Story um Desmond (der in der Gegenwart die Erinnerungen von Connor nacherlebt) ist ziemlich billig mit einem vorhersehbaren Twist am Ende. Als Fan findet man es dennoch gut, da die Optionalen Missionsziele sehr herausfordernd sind. Neulinge können und sollten jedoch erstmal mit den Titeln um Ezio als Hauptcharakter anfangen. Mich persönlich störte bei der PS3 Version immer wieder auftauchende kleine Fehler, wie falsche Kollisionsabfrage, Grafikfehler in Zwischensequenzen, Wegfindungsfehler von NPCs und dass die Zwischensequenzen vorgerendert waren, was die „Illusion“ zerstört, sobald man ein individuelles Outfit trägt. Sehr schön fand ich jedoch den Konflikt zwischen Connor und seinem Vater, sowie den überraschenden Anfang. Ebenfalls schön, dass man mit Connor eine Figur hat, die mehr und mehr zum Spielball großer Mächte wird und einem das Gefühl der Übermächtigkeit genommen wird, dass man aus den anderen Teilen gewohnt war. Dementsprechend melancholisch fällt dann auch das Ende des Spiels aus, dass zur Geschichte der Ureinwohner Amerikas passt, aber auch Ausblicke auf weitere Teile der Reihe bietet (hier sei die Problematik der Sklaverei als stellvertretendes Beispiel genannt).

Titel die es nicht in die Liste geschafft haben, obwohl sie erst dieses Jahrgespielt wurden

Dungeon Village (Android): Gleiches Gameplay wie alle anderen Titel von Kairosoft. Trotzdem macht es süchtig.

The Elder Scrolls V: Skyrim (PC): Leider erst dieses Jahr, hat bei mir mittlerweile über 70 Stunden auf dem Buckel. Sehr viel zu entdecken undvom Preis/Leistungsverhältnis her sehr empfehlenswert.

Alan Wake (PC): Auch erst diese Jahr beim Steam Sale zugelegt und hat mich vom Setting her sehr begeistert. Als ob man einen Stephen King Roman spielen würde. Toll, muss ich unbedingt noch zu Ende spielen.

GTA3 (Android): Schöne Umsetzung für Android und iOS, sofern man ein leistungsstarkes Handy hat. Die Steuerung ist leider nur mittelmäßig, aber dennoch eine schöne Erinnerung an alte Zeiten.

Curiosity (Android): Peter Molyneux arbeitet mittlerweile gerne an experimentellen Gameplay. Hier darf man Klötze abbauen, damit ein (!) Spieler das innere eines riesigen Würfels entdeckt. Ganz nett, aber fesselt auf die Dauer leider zu wenig.

Hat auch mit Spielen zu tun, aber sind keine Spiele:

Breakfast @Manu spielt’s heißt mittlerweile Insert Moin und gibt’s bei Superlevel: Toller täglicher Podcast über Spiele mit sympathischen Teilnehmern und vielen unterschiedlichen Themen.

In meiner Gunst gefallen:

Der MTV GameOne Plauschangriff: In den ersten beiden Jahren der Podcast schlecht hin, mittlerweile fällt jedoch das Niveau immer weiter. Ich achte mittlerweile nur noch darauf, ob Simon teilnimmt, denn mit ihm gab es bisher nur gute Folgen. Dagegen fange ich an Folgen mit Chris zu meiden, denn … ach ich will nicht beleidigend werden, aber er sollte sich meiner Meinung nach etwas zurückhalten, da er mir a) unsympathisch ist und b) immer viel zu sehr seine im Voraus festgelegte Meinung hat und nicht auf andere eingeht. Das ist eine sehr subjektive Meinung, und bestimmt ist Chris ein sehr lieber Mensch, dem ich nur das beste Wünsche aber ich höre ihn  halt sehr ungerne beim Podcast. Sorry.

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Kommentare
  1. idebenone sagt:

    Assassin’s Creed 3 lebt noch mehr als die Vorgänger von seiner riesigen, schönen, ganz überwiegend glaubwürdigen Spielwelt. Ich würde zwar nicht behaupten, dass mich die deutlich besser aussehende PC-Version jetzt tiefer in Connors Abenteuer ziehen würde, aber mit der Rechenknechtfassung wird es einfach noch eine Weile länger dauern, bis ich mich am Grenzland in Assassin’s Creed 3 satt gesehen habe. Nach vielen mäßig umgesetzten Portierungen der letzten Jahre freut es mich sehr, dass Ubisoft nicht auf diesen Zug aufspringt und nur eine Art „Konsolen-Emulation“ als PC-Spiel verkauft. Gut auch, dass die Entwickler sogar eine beinahe gleichwertige PC-Steuerung eingebaut haben. Wo ich mich sonst nämlich bei PC-Fassungen von Konsolenspielen fast immer zum Griff zum Gamepad genötigt sehe, komme ich hier mit Maus und Tastatur genauso gut voran. Das eigentliche Spiel ist auch in Assssin’s Creed 3 (PC) eine Wucht, verdient aber aufgrund der besseren Grafik keine höhere Bewertung.

    • Holle sagt:

      Assassin’s Creed 3 ist kein schlechtes Spiel, sonst hätte ich es wohl nicht an 2 Tagen durchgespielt. Die Grafik sah auch auf der PS3 besser aus als bei AC Revelations, aber leider fehlt mir der Blick in die PC Version. Ich gehe jedoch auch davon aus, dass wie du gesagt hast Ubisoft da gute Leistung vollbracht hat. Leider hat mich die Welt dieses Mal (bei Revelations war es auch schon so) weitaus weniger mitgenommen als in AC2 oder AC Brotherhood. Irgendwann war für mich der große Reiz an dem Spiel vorbei, obwohl ich immer noch wissen möchte, wie die Geschichte weitergeht. Es bleibt zwar spannend, aber es wird auch immer abstruser, je mehr Hintergrundinfos man bekommt.

      Naja, das ist wohl eher jammern auf hohem Niveau. Immer noch eine gute Reihe und ein besonders gutes Spiel, aber es überrascht einen leider immer weniger. Und für das Sammeln von Tierfellen oder dem Erfüllen von Nebenmissionen bin ich leider nicht so der Typ, es sei denn sie bringen mich in der Hauptstory voran oder ich habe viel Zeit.

      Hat sich eigentlich die Steuerung gegenüber den vorherigen Teilen deutlich verbessert? Habe nur AC1 auf dem PC gespielt und da hat’s noch ein gehapert.

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