Mountie Mick’s Deathride (frisch vom Index gestrichen III)

Veröffentlicht: Januar 3, 2013 von Holle in Games, Retro
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Man glaubt es kaum, aber bereits vor 26 Jahren gefährdeten Computerspiele unsere Jugend. Ein besonders düsteres Kapitel in der Geschichte der elektronischen Unterhaltung stellt hierbei Mountie Mick’s Deathride dar.

MountieMicksDeathride_Cover

Bereits zwei Indizien im weisen darauf hin, dass es sich hierbei um die Ausgeburt der kranken Phantasie von Computerspielentwicklern handeln muss. Zum einen sticht markant hervor, dass es Mick sich auf einem Deathride, also einem Todesritt befindet. Wer genau zu Tode kommen soll dürfte schnell klar ein, denn bereits auf dem Cover sieht man den titelgebenden Mick auf Banditen schießen und diese als varmint, also als Schädling bezeichnen. Zum anderen handelt sich bei Mick um einen Mountie, also einem Mitglied der Königlich Kanadischen berittenen Polizei. Das Spiel ist somit wohl im Lande Kanada angesiedelt, das sich schon öfters mit anderen verrohenden Kulturgütern wie Avril Lavigne, Justin Bieber und Hayden Christensen weltweit unbeliebt machten. And dieser Stelle sein ein Verweis auf eine oscarnominierte Zusammenfassung aller Schandtaten Kanadas erlaubt.

MountieMicksDeathride_TitelbildWerfen wir doch mal einen genaueren Blick auf das Spiel. Wie bereits zu erahnen war übernimmt man die Rolle des Mounties Mick. Anstatt pflichtbewusst auf Verstärkung zu warten, betätigt sich dieser in einer From der ungerechtfertigten Selbstjustiz und jagt die McClusky Bande nach einem Überfall über einen Zug. Dieses Motiv wurde auch in jüngster Zeit wieder in Uncharted 2 aufgegriffen, ein Armutszeugnis unserer Zeit. Mick schreckt dabei nicht davor zurück von seiner Schusswaffe Gebrauch zu machen und die lebensecht dargestellten Banditen auf realistische und brutalste Weise ins Jenseits zu befördern. Ebenfalls ist es möglich möglich die Gegner zu zerquetschen indem man von oben auf sie springt. Man möge sich nur vorstellen, Kinder könnten auf den Gedanken kommen dieses Verhalten beim Spielen zu imitieren, die Folgen wären unfassbar. An keiner Stelle ist es möglich die Banditen zur Aufgabe zu Bewegen, diese scheinen zwar tausendfach in der Überzahl zu sein, dennoch sollten solche Optionen in jedes spiel eingebaut werden um ethisch richtiges Handeln der Spieler zu ermöglichen. Abgerundet wird dieses Schreckenskabinett der Verstümmelungs- und Todesmöglichkeiten durch ausströmendes Gas, Handgranaten, verrückte Elche und die Angriffe der Bande selbst. Auch diese zeigt kein Anzeichen vernünftigen Verhaltens und drückt ihren Unbehagen bezüglich einer möglichen Verhaftung  nicht durch Worte, sondern durch Waffengewalt aus.

Besonders sarkastisch ist die fröhliche Musik, komponiert von Ben Daglish, die das brutale Treiben auf dem Bildschirm wohl unterhaltsam machen soll. Da es sich um ein Spiel für den C64 handelt ist die Grafik sehr realistisch gehalten und kann sich trotz der  leicht angestaubten Technik mit modernen Titel wie Grand Theft Auto 4 oder Red Dead Redemption messen. Das Gameplay gestaltet sich besonders perfide, da der Spieler für jeden getöteten Banditen Punkte zur Belohnung erhält und somit dazu motiviert wird so viele Banditen wie nur möglich zu erschießen. Kein Spieler wird nach diesem Titel ein gutes Gewissen haben. Doch scheinbar ist uns Jugendschützern Fortuna hold, denn ein Bug in Level 7 des Spiels verhindert den meisten Spielern das Fortführen des Spiels. Diese Möglichkeit eines Fehlers war jedoch auch den Entwicklern bewusst, sodass diese dem Spieler die Möglichkeit zum Suizid bieten, um sich aus dem Bug zu befreien. Die hohe Fragwürdigkeit einer solchen Möglichkeit außer Acht gelassen, sollte Mountie Mick’s Deathride daher auf keinen Fall in die Hände von Kindern gelangen. Ein Fazit, dass die Gesamtbetrachtung aller Teilaspekte des Spiels ebenfalls unterstützt.

Warum die BPjM diesen Titel nach 25 Jahren Verweildauer vom Index der jugendgefährdenden Medien gestrichen hat, bleibt ein Rätsel.

Siehe auch: Falcon Patrol (frisch vom Index gestrichen I)

Skyfox (frisch vom Index gestrichen II)

Quellen: Bilder und Informationen via c64-Wiki; Gameplay via Youtube.

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